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Case Study Qualifizierung für Zeitaufnahmen in einem elektrotechnischen Betrieb

Elektroindustrie Lampen Licht

Zeitaufnahmen in der Elektroindustrie

Projektzeitraum: Februar 2017 – März 2017
Kärnten
Beteiligte Berater: 1


Projektziel

Im Februar 2017 führte ein Berater von REFA in Austria bei einem Unternehmen der Elektroindustrie das Projekt „Vorbereitung der Mitarbeiter zur einheitlichen Aufnahme von Fertigungszeiten nach der REFA-Methodik“ durch. Durch die methodische Qualifizierung der Mitarbeiter – das Training vor Ort sowie die Erarbeitung eines Regelwerkes zur Zeitaufnahme und -auswertung – sollte sichergestellt werden, dass fortan selbstständig belastbare Vorgabezeiten ermittelt werden können.


Vorgehensweise

Als erstes wurde eine auf die Anforderungen des Betriebs zugeschnittene Vorgehensweise für Zeitaufnahmen festgelegt. Bei der Qualifizierung der Mitarbeiter wurden die Methoden zur Durchführung von REFA-Zeitstudien vermittelt und auch der Umgang mit dem REFA-Erfassungswerkzeug vor Ort in der Produktion geübt.

Nun ausreichend trainiert wurden im Anschluss Zeitaufnahmen durchgeführt und Vorgabezeiten bestimmt. Auf diese Weise wurden auch Rüstzeiten (tr) ermittelt und im ERP-System hinterlegt.

Ferner sollten die in der Vergangenheit erstellten Vorgabezeiten überprüft, evtl. Fehler bei den Werten und bei der Vorgehensweise korrigiert werden.

Schließlich galt es, eine Systematik für einen klar strukturierten Planzeitprozess zu definieren, damit neue Artikel einfach kalkuliert werden können.

Die Ergebnisse der durchgeführten Zeitaufnahmen flossen in eine Datenbank, auf die bedarfsweise für weitere Auswertungen (Abweichungsanalysen, Zeitwertdifferenzierungen)  zugegriffen werden kann.

Diagramm Zeitaufnahmen


Vorgehensweise bei der Durchführung von Zeitaufnahmen

Als wesentliches Projektergebnis wurden gemeinsam abgestimmte Regeln für die Durchführung von Zeitaufnahmen definiert:

  • Als erstes wird vom Zeitnehmer der Ablauf der aufzunehmenden Tätigkeit am jeweiligen Arbeitsplatz erfasst und analysiert. Ablaufabschnitte kann er wahlweise direkt an einem mobilen PC definieren oder zunächst handschriftlich notieren und dann später eingeben.
  • Anschließend erfolgt die Einsatzvorbereitung des REFA-Zeitaufnahme-Werkzeuges.
  • Nun werden die Zeiten vor Ort aufgenommen. Sobald die Zeitaufnahme begonnen wurde, müssen alle Abweichungen im Bemerkungsfeld dokumentiert werden, vor allem bei festgeschriebenen Ablaufabschnitten. Zudem ist der Gebrauch von Hilfsmitteln jeglicher Art festzuhalten.
  • Einmal begonnene Zeitaufnahmen dürfen nicht unterbrochen werden. Beim  Arbeitsende des Mitarbeiters wird die Zeitaufnahme ebenfalls beendet. Am nächsten Tag wird wieder mit einer neuen Zeitaufnahme gestartet.
  • Den Abschluss der Zeitaufnahme vor Ort bildet die Speicherung der erfassten Daten.
  • Nachdem die erfassten Zeitwerte einer Datenbank zugeführt worden sind, können von dieser bedarfsgerechte Auswertungen vorgenommen werden. So lassen sich z. B. prozentuale Zeitabweichungen bei gleichen Produkten ermitteln sowie Ablaufanalysen oder Auswertungen zu Grundzeiten (tg) durchführen.
  1. Vorausgesetzt wird, dass bei zwei Zeitaufnahmen mit den gleichen Einflussgrößen die Differenz der gemessenen Zeitwerte kleiner als 15 % ist. Dann errechnet sich die Vorgabezeit tg aus dem arithmetischen Mittelwert der beiden Zeiten.
  2. Ist die Differenz der beiden Zeitaufnahmen größer als 15 %, muss vom Zeitnehmer der Prozess über eine Arbeitsanweisung – und damit einer Veränderung des Arbeitsplans – als Methode vorgegeben werden. Für den neuen Prozess  benötigt der Fertigungsmitarbeiter eine adäquate Einarbeitungszeit (ca. 1 Woche bei täglicher Auftragswiederholung, längere Übungszeit bei sporadischer Auftragswiederholung), bevor wieder zwei Zeitaufnahmen durchgeführt und das gesamte Auswertungsszenario von Anfang an durchlaufen werden.

Fazit

Durch den hier skizzierten Ablauf wird gewährleistet, dass korrekte Vorgabezeiten zur Kapazitätsplanung und Kalkulation zur Verfügung stehen und nach optimalen Arbeitsplänen gearbeitet werden kann. Bislang noch brachliegende Rationalisierungspotenzial können damit schneller erschlossen werden.

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